Das Märchen vom Fachkräftemangel


Nur ein kleiner Anteil der Arbeitnehmer (15%) in Deutschland fühlt sich ihrem Arbeitgeber emotional verbunden. Die Mehrheit (71%) verfügt nur über eine geringe Bindung („Dienst nach Vorschrift“) und 14% haben schon innerlich gekündigt. Das geht aus dem „Gallup Engagement Index 2018“ hervor. Dieser in Fachkreisen anerkannte Index wird seit dem Jahr 2001 veröffentlicht und die Zahlen haben sich seit der ersten Erhebung bis heute nicht wesentlich verändert.

Geringe Bindung erhöht die Wechselbereitschaft

Betrachtet man die Zahlen ein wenig genauer, offenbaren sich erstaunliche Erkenntnisse: Wenn 14% der Mitarbeiter innerlich bereits gekündigt haben, dann hat der Arbeitsmarkt ein Potential von 5,14 Millionen Personen, die bei einem entsprechend guten/attraktiven Angebot den Arbeitgeber sofort wechseln würden. Überdies sind 26,07 Millionen Personen (71%) nicht abgeneigt ihren Arbeitsplatz zu wechseln. Aus dieser Perspektive betrachtet, ist der Arbeitskräftemarkt nicht leer, sondern bietet enormes Potential!

Warum leiden die Firmen dennoch unter Fachkräftemangel?

Die 5,14 Millionen unzufriedenen Mitarbeiter empfinden ihr derzeitiges Arbeitsverhältnis nicht grundsätzlich als so unerträglich, dass sie ohne neue Perspektive kündigen. Was sie suchen, ist eine Verbesserung. Leider machen sich viele Arbeitgeber schlichtweg zu wenig Gedanken, wie sie Fachkräfte an sich binden, vor allem aber neue anwerben können.

Häufig reicht bereits die Umsetzung folgender sechs Überlegungen bei der Mitarbeitergewinnung:

  • Unternehmensattraktivität nach innen und außen kommunizieren  
  • Prozess der Mitarbeitergewinnung optimieren  
  • Erweiterung des Kandidatenspektrums  
  • Zusatzleistungen und Arbeitsumfeld hervorheben
  • Einbinden der Belegschaft    
  • Netzwerke der Geschäftsführung nutzen  


Große Firmen haben den Kampf um den „War for Talents“ angenommen und Maßnahmen ergriffen. Viele mittelständische Unternehmen haben diese Problematik noch nicht erkannt, verdrängen sie, widmen ihr zu wenig Aufmerksamkeit oder haben schlichtweg keine Lösungen. Die große Gefahr besteht darin, dass die unzufriedenen oder neu auf den Arbeitsmarkt kommenden Fachkräfte sich zukünftig nur bei den gut aufgestellten Firmen bewerben und viele mittelständische Unternehmen existentielle Probleme bekommen.


Wer sich der Tatsache des Fachkräftemangel nicht stellt, hat heute und zukünftig gravierende Nachteile:


  • Die Arbeitsqualität leidet. 
  • Mitarbeiter sind aufgrund der Mehrbelastung unzufrieden. 
  • Firmenfahrzeuge und Maschinen stehen ungenutzt auf dem Firmengelände.
  • Aufträge können nicht angenommen werden, Kunden sind verärgert.


Dazu zählt auch, dass die Geschäftsführung zu viel Zeit für das operative Geschäft aufbringen muss und keinen Freiraum hat, das Unternehmen weiterzuentwickeln.

Wer die richtigen Maßnahmen ergreift, findet die richtigen Bewerber, hat weniger Schwierigkeiten offene Stellen zu besetzen und verliert viel seltener Mitarbeiter. Es ist Zeit zu handeln!